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Puebla

Mexico

Maja Lehmann

Dipl. Sozial-Pädagogin der Vorschulklasse, Deutsche Schule Puebla, Colegio Humboldt A.C.

Bikulturalität zu erleben und zu leben – das ist etwas ganz Besonderes

Was sehen Sie, wenn Sie aus dem Fenster schauen?

Maja Lehmann

Sonnenschein; viele bunte Farben; Kabelsalat, kreuz und quer über die Straße; den oft schneebedeckten, leicht rauchenden, wunderschönen ?Popocatepetl? (Vulkan); streunende Hunde und Hunde auf Häuserdächern (als lebende Alarmanlage); Müll (leider viel zu viel); Palmetto- und Yucca-Palmen, Ficus Benjamini, Pappeln, Limonen- und Feigenbäume …direkt vor der Haustür.

Für jemanden, der noch nie da war: Wie würden Sie Mexiko beschreiben?

Maja Lehmann

Spontan muss ich da an die Philosophie von Balu dem Bären aus dem Dschungelbuch denken: „Versuch’s mal mit Gemütlichkeit, mit Ruhe und Gemütlichkeit…? In Mexiko geht alles genauso seinen Gang wie in Deutschland, nur oft alles etwas langsamer und behäbig. In der Bank an der Schlange stehen, einfach nur Einkaufen gehen, oder Ämtergänge erledigen (ich sage nie wieder etwas Schlechtes über die deutsche Bürokratie) – da sollte man Geduld mitbringen. Ich habe hier in Mexiko einiges an Gelassenheit dazugelernt.

Auch die Lebensphilosophie von Bugs Bunny wird hier gern und häufig angewandt: „Jubel, Trubel, Heiterkeit… Seid zur Heiterkeit bereit! Wer an Ärger von gestern denkt, oder an Sorgen von morgen, der tut mir leid.“ In Mexiko wird gern und viel gefeiert, einen Grund dafür findet sich immer. Die Menschen sind heiter und freundlich! Man lebt im Hier und Jetzt. Das hat seine Vor-und Nachteile. Wie jeder weiß: Familie wird in Mexiko ganz großgeschrieben. Aber ich bin auch sehr fasziniert von der gro?en Hilfsbereitschaft hier. So wird zum Beispiel schnell alles organisiert, um für einen Kollegen Geld zu sammeln, der einen Autounfall hatte, oder man geht zum Blutspenden für die kranke Mutter der Freundin einer Freundin.

Es gefällt mir sehr, dass in Puebla zurzeit viel getan wird, um ein aktives Beisammensein zu fördern. Die Stadt baut und baut (sicherlich auch dank VW und Audi hier): neue Parks, neue Fahrradwege, ein Verleih von City Bikes, Museen für Jung und Alt, ein Riesenrad (das größte in Lateinamerika), eine Gondelbahn...

Das sollte man in Mexiko auf keinen Fall verpassen:

Maja Lehmann

Die alte Azteken- und Maya-Kultur entdecken und die Pyramiden und alte Tempelanlagen auf sich wirken lassen! Sei es, in einer etwas staubigen Kulisse und bei brütender Hitze die Sonne- und Mond-Pyramiden bestaunen oder sich im tropisch-feuchten Klima durch den Dschungel schlagen, um die Pyramiden von Palenque zu besuchen. Und nicht auslassen sollte man das Spektakel der Voladores (fliegende Tänzer) bei den Pyramiden in El Tajin.

Was gibt es noch… Auf dem Mercado einkaufen; Piñata schlagen; Cumbia tanzen; ‚el Mariachi loco quiere bailar’ lautstark mitsingen (der verrückte Mariachi will tanzen); Mole poblano, Chiles en Nogada, Tacos arabes und Molletes (an der Straßenecke) essen. Oder ‚Comida corrida’. Über den Zócalo bummeln; in ?Cenotes? schwimmen (unterirdische Wasserlöcher. Und viel mehr noch!

Was sollte man vor dem Auslandseinsatz in Mexiko wissen?

Maja Lehmann

„Komm ich heut nicht, komm ich morgen.“ (…oder vielleicht auch übermorgen!) Darauf muss man sich hier einstellen. Termine werden nicht immer eingehalten und Pünktlichkeit entscheidet sich immer je nach ‚Event’. Ist man etwa auf einem Geburtstag um 15:00 Uhr eingeladen, weiß man, dass alle erst gegen 17:00 Uhr eintrudeln.

Freundlichkeit ist das oberste Gebot. Mit zu viel Ehrlichkeit kann man schnell jemanden vor den Kopf stoßen. Ausschweifende Umschreibungen sind Gang und Gäbe. Auch muss man lernen ‚zwischen den Zeilen’ zu lesen. Um niemanden zu kränken, wird lieber einmal ‚ja’ gesagt, auch wenn eigentlich ‚nein’ gemeint war.
Man sollte nicht ängstlich sein, wenn man nach Mexiko kommt. Hier findet kein ‚Wilder Western’ auf den Straßen statt, wie oft angenommen wird.

Wenn man sich die spanische Grammatik schon einmal zu Hause anschaut und nicht den Fehler macht, wegen anfänglicher Verständigungsprobleme aufs Englische auszuweichen, dann lernt man Spanisch recht schnell im Land. Was man sonst noch bedenken muss: Mexiko ist ein Land der Extreme! Man kann die luxuriösesten Autos neben mit Draht zusammen gehaltenen Schrottkarren sehen. Ebenso gegensätzlich und extrem ist das Wetter in Puebla (im mexikanischen Hochland). Man sieht Mexikaner mit Rollkragenpullis bei 36 Grad im Schatten sitzen, ganz einfach aus dem Grund, weil die Temperaturen vor ein paar Stunden an der gleichen Stelle kaum 10 Grad betrugen. (Also: Anziehen nach dem Zwiebelprinzip.)

Was ist das Besondere an der Schule, an der Sie tätig sind?

Maja Lehmann

Das Colegio Humboldt in Puebla ist nicht einfach nur eine Schule… es ist ein wunderschöner, riesiger Campus. Die vielen, verschiedenen Gebäude werden ringsherum von Grünanlagen gesäumt. Es gibt Sportplätze, ein Schwimmbad, diverse Tae-Kwon-Do- und Tanzräume, eine Turnhalle, Aulen, Spielplätze, ein Backstein-Spielhäuschen, einen Hasenstall, eine Cafeteria, und ein Musikpavillon und eine Teichanlage sind derzeit noch im Bau.

Ab Säuglingsalter (im Maternal) bis hin zum Abiturschüler kann man die Schule durchlaufen. Es gibt ein reiches Nachmittagsangebot (von Fußball und Leichtathletik, zu Klavier und Schach bis hin zu Mechatronik und künstlerischem Gestalten). Die Schule ist wie eine zweite Heimat für viele Kinder. Und auch als pädagogische Fachkraft kann man sich immer aktiv mit einbringen und frei entfalten. Etwas ganz Besonderes ist das Erleben und Leben einer ganz ausgeprägten Bikulturalität – ich empfinde das als eine große Bereicherung für Deutsche und Mexikaner. Das Colegio Humboldt prägt!

Bitte vervollständigen Sie diesen Satz:

„…und darum war es genau die richtige Entscheidung, ins Ausland zu gehen.“

Ansonsten kann ich sagen, dass mich auch Mexiko sehr geprägt hat und immer wieder neu wegen seiner Vielfältigkeit beeindruckt! Sei es die Landschaft und Vegetation, das Essen, die Kultur, das Klima, als auch meine Arbeit… Mexiko ist einfach toll!

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